Ford startet Modell- und Technologieoffensive in Europa
Ford hat eine umfassende Produkt- und Serviceoffensive für Europa angekündigt. Der Autobauer plant in den kommenden drei Jahren sieben neue Modelle sowie zusätzliche digitale Dienste für Gewerbe- und Privatkunden. Ziel ist es, die Wettbewerbsfähigkeit in Europa auszubauen und neue Wachstumsfelder zu erschließen.
Vorgestellt wurde die Strategie bei einem Treffen mit europäischen Händlern und Partnern in Salzburg. Parallel dazu startet Ford die globale Markenplattform Ready-Set-Ford, die sich auf die Bereiche Nutzfahrzeuge, Performance und Offroad-Fahrzeuge konzentriert.
Ford Pro setzt auf Software und Dienstleistungen
Im Mittelpunkt der Europa-Strategie steht die Nutzfahrzeugsparte Ford Pro. Ford will das Geschäft stärker auf vernetzte Dienste, Software und Produktivitätslösungen ausrichten.
Nach Unternehmensangaben sollen künftig 25 Prozent des EBIT von Ford Pro aus Software- und Serviceleistungen stammen. Im ersten Quartal 2026 stieg die Zahl kostenpflichtiger Software-Abonnements weltweit um 30 Prozent auf 879.000.
Jim Baumbick,Präsident von Ford in Europa: „Ford Pro ist das Rückgrat unseres Europageschäfts. Wir verkaufen nicht nur Transporter und Pickups, wir liefern ein integriertes Ökosystem aus Fahrzeugen, Software und Dienstleistungen. Unsere Fahrzeuge sind marktführend, und um sie herum haben wir einen Produktivitätsbeschleuniger geschaffen, den unsere Konkurrenz nicht erreichen kann.“
Zu den neuen Angeboten zählen sogenannte Dealer Uptime Services. Händler sollen künftig Fahrzeugdaten nutzen, um Wartungen und Reparaturen proaktiv vorzubereiten. Laut Ford konnten Pilotprojekte die Reparaturzeiten um bis zu 50 Prozent reduzieren.
Neue Nutzfahrzeuge für unterschiedliche Einsätze
Ford erweitert zudem das Portfolio um zwei neue Nutzfahrzeuge. Der Ranger Super Duty richtet sich an besonders anspruchsvolle Einsatzbereiche wie Rettungsdienste, Forstwirtschaft oder Militär. Das Modell bietet laut Ford eine maximale Anhängelast von bis zu 4,5 Tonnen.
Mit dem Transit City bringt Ford außerdem einen rein elektrischen Transporter für urbane Flotten auf den Markt. Das Fahrzeug wurde speziell für Städte mit Zufahrtsbeschränkungen entwickelt und soll noch 2026 verfügbar sein.
Jim Baumbick: „Europäische Regierungen und Umrüster für die Verteidigungsindustrie suchen zunehmend nach Serienfahrzeugen, die die extremen Anforderungen des Militärs erfüllen. Der Ranger Super Duty ist genau das richtige Fahrzeug dafür.“

Fünf neue Pkw-Modelle bis 2029
Neben den Nutzfahrzeugen kündigte Ford fünf neue Pkw-Modelle für Europa an. Geplant sind unter anderem ein neues Mitglied der Bronco-Familie, ein elektrischer Kleinwagen, ein kompakter Elektro-SUV sowie zwei weitere Crossover-Modelle.
Die Fahrzeuge sollen unterschiedliche Antriebsformen kombinieren und speziell auf europäische Anforderungen zugeschnitten werden. Ford setzt dabei auf eine Mischung aus Offroad-Charakter und Rallye-inspirierter Fahrdynamik.
Nicola Gilda, Vorsitzende des europäischen Händlerrats von Ford: „Aufbauend auf dem Erfolg von Ford Pro und dem Einsatz der Ford Rennsporttradition für das Design der neuen Pkw – das alles macht deutlich: Ford ist zurück, um zu gewinnen.“
Ford fordert flexiblere Regulierung
Ford sprach sich im Rahmen der Veranstaltung zudem für einen flexibleren regulatorischen Rahmen in Europa aus. Das Unternehmen fordert stärkere Unterstützung für Plug-in-Hybride und Fahrzeuge mit Range-Extender-Technologie als Übergangslösungen zur Elektromobilität.
Kritik äußerte Ford insbesondere an aus Unternehmenssicht unrealistischen Emissionszielen und fehlender Ladeinfrastruktur für Gewerbekunden.
Jim Baumbick: „Wir bauen keine Fahrzeuge, um regulatorische Auflagen zu erfüllen; wir bauen sie für Menschen. Der schnellste Weg zu null Emissionen ist derjenige, den die Kunden tatsächlich einschlagen werden.“



