Marketing Report
[Interview] Tim Schröder (DEPT®): Warum nachhaltiges Wachstum nicht linear ist – und Partnerschaft den Unterschied macht

[Interview] Tim Schröder (DEPT®): Warum nachhaltiges Wachstum nicht linear ist – und Partnerschaft den Unterschied macht

Wachstum ist kein Selbstläufer. Es verläuft nicht linear, sondern in Phasen, erfordert klare Entscheidungen, strukturelle Anpassungen und eine konsequente Umsetzung unter realen Marktbedingungen.

Genau darüber spricht Marketing Report mit Tim Schröder, VP of Clients and Growth bei DEPT®. Im Gespräch erläutert er, warum Unternehmen heute in Wachstumsschüben denken müssen, weshalb Strategie ohne Umsetzung wirkungslos bleibt und was DEPT® als Growth Partner grundlegend von klassischen Beratungen und Agenturen unterscheidet.

Möchten Sie Ihre Agentur vorstellen?

Sehr gerne. DEPT® ist ein globales Marketing- und Technologieunternehmen, das auf Growth Invention spezialisiert ist. Wir helfen den weltweit ambitioniertesten Marken, schneller zu wachsen. Unser Team aus über 4.000 Expert:innen ist an der Schnittstelle von Technologie und Marketing tätig und liefert Growth Invention in den Bereichen Brand & Media, Experience, Commerce, CRM sowie Technology & Data. Wir vereinen Tech und Marketing 50/50, sind partnergeführt und gehen immer einen Schritt voraus.

Warum Unternehmen in Wachstumsschüben denken müssen – und was DEPT® anders macht?

Wachstum verläuft nie linear. Es ist stets abhängig von externen Faktoren wie Marktreaktionen, der Erschließung neuer Märkte sowie der hemmenden oder beschleunigenden Wirkung von Trends und Technologien.

Auch bei DEPT® erleben wir Phasen stärkeren und schwächeren Wachstums. In den vergangenen zehn Jahren sind wir von 250 auf 4.500 Mitarbeitende gewachsen – weltweit, an über 30 Standorten. Dieses Wachstum erfolgte nicht kontinuierlich, sondern in klaren Phasen und Schüben.

Entscheidend dabei ist: Wir wachsen gemeinsam mit unseren Kunden – sowohl mit Neuen als auch mit Bestehenden.

Sie sagen, Unternehmen wachsen nicht linear, sondern in Schüben. Warum ist dieses Denken heute entscheidend – und was übersehen Unternehmen, die weiterhin in kontinuierlichen Optimierungen denken?

In den meisten Unternehmen wird auf den Shareholder Value optimiert, der maßgeblich durch Wachstum und Gewinn getrieben wird. Diese beiden zentralen Kennzahlen stehen jedoch häufig in einem Spannungsverhältnis zueinander. Wachstum erfordert in der Regel Investitionen – etwa in die Expansion in neue Märkte, die Entwicklung neuer Produkte oder eine aggressive Preispolitik. All dies geht kurzfristig nahezu immer zu Lasten des Gewinns.

Gleichzeitig machen insbesondere explosive Wachstumsphasen regelmäßige strukturelle Anpassungen erforderlich. Dazu zählen der Ausbau von Personalstrukturen, die Weiterentwicklung von Führungs- und Governance-Modellen sowie die Optimierung von Prozessen zur Erschließung von Synergien. Diese Maßnahmen sind kein Selbstzweck, sondern notwendige Voraussetzungen, um Organisationen auf die nächste Wachstumsphase vorzubereiten.

Unternehmen, die diese Anpassungen versäumen, erleben unweigerlich sogenannte „Wachstumsschmerzen“– oder im schlimmsten Fall einen strukturellen Bruch, der in einem Crash münden kann.

Viele Agenturen bezeichnen sich heute als Berater und Umsetzer zugleich. Was macht DEPT® konkret anders als eine sehr gute klassische Unternehmensberatung?

Wir verstehen uns weder ausschließlich als Berater, Agentur, Systemintegrator noch als Kreativ- oder Marketingdienstleister. All diese Leistungen bieten wir an – unser Selbstverständnis geht jedoch darüber hinaus: Wir sehen uns als Growth Partner. Und dabei ist das Wort Partner entscheidend.

Eine echte Partnerschaft funktioniert nur auf Augenhöhe – durch messbaren Mehrwert, nicht durch Titel. Was Mehrwert bedeutet, unterscheidet sich von Unternehmen zu Unternehmen. Deshalb gibt es für uns kein „One-size-fits-all". Unser Anspruch: genau der Partner zu sein, den unser Kunde in seiner Situation benötigt.

Gerne arbeiten wir integriert mit unseren Kunden, um Prozesse von innen heraus zu verändern und im Alltag zu verankern. Denn Partnerschaften funktionieren nur langfristig. Bei DEPT® tragen über 200 Equity Partner unternehmerische Verantwortung – mit Leidenschaft und einer langfristigen Perspektive.

Warum braucht ein Unternehmer oder eine Geschäftsführung heute überhaupt einen externen Partner wie DEPT®? Reicht internes Know-how in digitalen Fragen nicht aus?

Internes digitales Know-how ist heute unverzichtbar, aber selten ausreichend. Nicht aus Mangel an Kompetenz, sondern weil sich Märkte, Technologien und Geschäftsmodelle schneller verändern, als Organisationen sich intern anpassen können.

Ein externer Partner wie DEPT® bringt Perspektive, Skalierung und Umsetzungskraft. Wir sind nicht Teil interner Routinen, können Annahmen hinterfragen, Entscheidungen beschleunigen und spezialisiertes Know-how genau dort einbringen, wo es gerade Wirkung entfaltet.

Entscheidend ist: Wir ersetzen kein internes Wissen, wir verstärken es. Ziel ist nicht Abhängigkeit, sondern bessere Entscheidungen, höhere Geschwindigkeit und nachhaltiges Wachstum.

„Klarheit, bessere Entscheidungen, konsequente Umsetzung“ – das verspricht nahezu jeder Dienstleister. Woran erkennt ein Kunde ganz konkret, dass DEPT® diesen Anspruch anders und ernsthaft einlöst?

Der entscheidende Unterschied zeigt sich nicht in Versprechen, sondern im Verhalten. Kunden erkennen sehr schnell, ob Klarheit wirklich gewollt ist – denn echte Klarheit bedeutet auch, unbequeme Wahrheiten auszusprechen, Prioritäten zu setzen und nicht jede Idee umzusetzen, nur weil sie möglich ist.

Bessere Entscheidungen entstehen bei DEPT® nicht in PowerPoint, sondern im gemeinsamen Arbeiten. Wir gehen früh in die Umsetzung, testen Hypothesen im Markt und lassen reale Ergebnisse über den nächsten Schritt entscheiden – nicht Meinungen oder Hierarchien.

Konsequente Umsetzung zeigt sich schließlich darin, dass wir Verantwortung übernehmen. Wir integrieren uns in die Organisation unserer Kunden, arbeiten mit ihren Teams, tragen Ergebnisse mit und bleiben auch dann an Bord, wenn es komplex wird. Das ist messbar: an Geschwindigkeit, an Wirkung und daran, dass Themen nicht erneut auf der Agenda landen, sondern abgeschlossen werden.

Digitale Herausforderungen werden häufig falsch eingeordnet – etwa als Technologie- oder Media-Thema. Was passiert, wenn man sich bei der Ursachenanalyse irrt? Wie minimieren Sie dieses Risiko in Ihrer Arbeit?

Sicherlich gibt es unterschiedliche Ansätze. Risiken lassen sich in diesem Kontext jedoch vor allem dadurch minimieren, dass wir Annahmen klar benennen, Hypothesen formulieren und diese entweder real im Markt oder in simulierten Umgebungen testen. Auf Basis der Ergebnisse treffen wir anschließend fundierte, datenbasierte Entscheidungen.

DEPT® begleitet seine Kunden bewusst bis in die Umsetzung. Warum endet Ihre Arbeit nicht bei Strategie und Empfehlung – und wo ziehen Sie die Grenze zur unternehmerischen Verantwortung?

Strategie ohne Umsetzung erzeugt keine Wirkung. Viele Organisationen wissen, was sie tun müssen – der entscheidende Unterschied entsteht jedoch im Tun. Deshalb endet unsere Arbeit nicht bei Empfehlungen, sondern dort, wo Entscheidungen Realität werden.

Die Grenze verläuft dort, wo Verantwortung nicht mehr geteilt, sondern abgegeben wird. Unser Anspruch ist Partnerschaft auf Augenhöhe: Wir übernehmen Verantwortung für Wirkung, nicht für Ownership.

In welchen Situationen funktioniert der DEPT®-Ansatz bewusst nicht? Bei welchen Voraussetzungen oder Kundentypen sagen Sie auch einmal Nein?

Es braucht eine gewisse Unternehmensgröße, organisatorische Reife und Entscheidungsfähigkeit. In sehr kleinen Strukturen oder bei kurzfristig getriebenen Einzelprojekten können wir unseren Mehrwert nicht sinnvoll entfalten.

Ein ebenso klarer Maßstab sind unsere Werte. Wir arbeiten grundsätzlich nicht mit Unternehmen zusammen, deren ethische oder moralische Grundsätze wir nicht teilen. Branchen wie die waffenherstellende Industrie schließen wir bewusst aus – unabhängig von Budget oder Wachstumspotenzial.

Arbeiten Sie bei DEPT® mit festen Modellen und Frameworks – oder ist Ihr Ansatz primär erfahrungsbasiert? Wie schaffen Sie dabei die Balance zwischen Struktur und Flexibilität?

Wir arbeiten mit etablierten Frameworks, die sich in der Praxis bewährt haben und uns Struktur sowie Orientierung geben. Gleichzeitig gilt für uns konsequent: No size fits all. Deshalb passen wir unser Operating Model immer in enger Abstimmung mit dem Kunden und entlang der individuellen Anforderungen an.

Diese Flexibilität spiegelt sich auch in unseren kommerziellen Modellen wider. Unser Ziel ist es, langfristige Partnerschaften mit hoher Stabilität zu ermöglichen – bei gleichzeitig maximaler Anpassungsfähigkeit an sich verändernde Bedürfnisse und Rahmenbedingungen.

Warum sollte ein Unternehmer gerade in einer kritischen Phase – etwa in einer Transformation, Stagnation oder starkem Wachstum – mit DEPT® arbeiten und nicht mit einer klassischen Beratung oder einer spezialisierten Boutique?

Wir verbinden unterschiedliche Perspektiven – Marketing und Technologie – und können dadurch ganzheitlich auf Problemstellungen und Lösungsräume blicken. Das erlaubt uns, komplexe Herausforderungen auf strategischer Flughöhe zu adressieren und gleichzeitig mit tiefer fachlicher Expertise präzise, moderne Lösungen umzusetzen.

Durch unsere Partnerstruktur denken wir langfristig und unternehmerisch gemeinsam mit unseren Kunden. Wir stellen uns auf wechselnde Rahmenbedingungen ein, agieren partnerschaftlich auch in herausfordernden Phasen und bleiben flexibel in Krisenzeiten sowie agil in Wachstumsphasen.

Dabei vereinen wir die Skalierungskraft, Technologiezugänge und Marktbeziehungen großer Beratungshäuser mit der tiefen Spezialisierung und Umsetzungsnähe klassischer Boutique-Agenturen.

Wenn Unternehmen in Schüben wachsen: Was verändert sich konkret von Phase zu Phase – in der Marke, Technologie und Organisation? Und wo scheitern Unternehmen am häufigsten?

In frühen Wachstumsphasen steht die Marke häufig für Geschwindigkeit und Gründergeist. Mit zunehmender Größe muss sie Orientierung, Klarheit und Vertrauen stiften – nach innen wie nach außen. Viele Unternehmen scheitern hier daran, die Marke weiterzuentwickeln, während sich das Geschäftsmodell bereits verändert hat.

Technologisch verschiebt sich der Fokus von schnellen Einzellösungen zu stabilen, skalierbaren Plattformen. Ein häufiger Fehler: technische Schulden zu lange akzeptieren oder Skalierung mit mehr Tools statt besserer Architektur zu beantworten.

Organisatorisch geht es von informellen Strukturen zu klaren Rollen und Governance-Modellen. Am häufigsten scheitern Unternehmen, wenn sie Organisation und Führung nicht mitwachsen lassen – aus Angst vor Bürokratie oder Loyalität zu alten Strukturen.

Woran erkennt ein Kunde nach zwölf Monaten Zusammenarbeit, ob DEPT® der richtige Partner war – jenseits von KPIs, Projektlisten oder Deliverables?

Sind die eigenen Teams stärker geworden? Ist eine spürbare Veränderung eingetreten? Haben sich Prozesse nachhaltig verbessert? Wurden neue Impulse gesetzt?

Ebenso wichtig ist der Blick auf die Arbeitsweise: Haben wir uns ausschließlich im Tagesgeschäft bewegt – oder sind wir regelmäßig auf strategische Flughöhe gegangen? Arbeiten wir lediglich Backlogs ab oder bewegen wir uns konsequent in die richtige Richtung?

All diese Fragen helfen, den Erfolg jenseits von Kennzahlen einzuordnen. Am Ende bleibt eine der wichtigsten: Hat die Zusammenarbeit Spaß gemacht? Denn nachhaltige Wirkung entsteht selten ohne echtes Engagement auf beiden Seiten.

www.deptagency.com 

Abonnieren Sie unseren Newsletter