Marketing Report
KI verändert Marketing, Erfahrung bleibt entscheidend

KI verändert Marketing, Erfahrung bleibt entscheidend

Künstliche Intelligenz verändert die Arbeitsweise im Marketing, doch technologische Möglichkeiten allein entscheiden nicht über den Erfolg. B2B-Marketingexperte Volker Weitkamp sieht deshalb Erfahrung und Urteilskraft als wichtige Kompetenzen, um zwischen tatsächlichen Marktveränderungen und neuen Werkzeugen zu unterscheiden.

Weitkamp begleitet technologische Veränderungen im Marketing seit mehr als 25 Jahren. Von Reproanstalten, Fotografendias und QuarkXPress über Digitalkameras, Internet und Suchmaschinen bis zu Social Media, Marketing Automation und KI hat er mehrere Entwicklungsphasen der Branche erlebt.

Technologischer Wandel verändert Marketing unterschiedlich

Volker Weitkamp, B2B-Marketingexperte und Unternehmer: „Erfahrung bedeutet nicht, an alten Methoden festzuhalten. Erfahrung bedeutet, schneller unterscheiden zu können, was sich wirklich verändert und was nur ein neues Werkzeug ist."

Einige technologische Entwicklungen haben vor allem die Produktion von Marketingmaterial erleichtert. Andere haben das Verhalten von Kunden und damit die Märkte selbst verändert. Das Internet machte Informationen permanent verfügbar und ermöglichte es Kunden, Anbieter und Angebote eigenständig zu vergleichen.

KI erhöht die Menge an Marketinginhalten

Suchmaschinen verstärkten diese Entwicklung, indem sie die Recherche vor einem Kauf erleichterten. Mit KI kommt nun eine Technologie hinzu, die unter anderem die Produktion von Texten, Bildern und Präsentationen beschleunigt sowie die Auswertung von Informationen und die Automatisierung von Aufgaben unterstützt.

Für Weitkamp liegt die entscheidende Frage deshalb nicht allein in den technischen Möglichkeiten.

Volker Weitkamp: „Entscheidend ist, was eine Technologie für Kunden, Märkte und Unternehmen tatsächlich verändert."

Mehr Content erhöht den Bedarf an Auswahl

Die technischen Hürden für die Produktion von Marketingmaterial sind über die vergangenen Jahrzehnte gesunken. Mit KI lassen sich heute innerhalb kurzer Zeit zahlreiche Texte, Bilder und Kampagnenvarianten erstellen. Die größere Menge an Material führt aus Weitkamps Sicht jedoch nicht automatisch zu besserem Marketing.

Volker Weitkamp: „Wenn ich innerhalb weniger Minuten zehn Texte und zwanzig Anzeigenvarianten erstellen kann, habe ich zunächst nur mehr Auswahl. Jemand muss immer noch entscheiden, was davon relevant, glaubwürdig und richtig für das Unternehmen ist."

Strategie und Urteilskraft gewinnen an Bedeutung

Mit der einfacheren Produktion verschiebt sich auch der Wert der Marketingarbeit. Strategie, Positionierung und die Fähigkeit, aus vielen Möglichkeiten die passenden auszuwählen, gewinnen an Bedeutung.

Volker Weitkamp: „Wenn jeder Content produzieren kann, ist Produktion allein kein Wettbewerbsvorteil mehr. Wertvoll wird die Fähigkeit, aus immer mehr Möglichkeiten die richtigen Entscheidungen zu treffen."

Erfahrung versteht Weitkamp dabei nicht als Gegenposition zu technologischen Veränderungen. Wer mehrere Umbrüche erlebt hat, kann Entwicklungen aus seiner Sicht besser einordnen und erkennen, welche Trends den Markt tatsächlich verändern.

Erfahrung soll Offenheit für Wandel unterstützen

Volker Weitkamp: „Erfahrung darf niemals dazu führen, Neues abzulehnen. Sie sollte helfen, offen für Veränderungen zu bleiben und gleichzeitig genauer hinzusehen, welche Konsequenzen daraus tatsächlich entstehen."

Angesichts kürzerer Innovationszyklen und einer wachsenden Zahl technologischer Möglichkeiten wird diese Einordnung aus seiner Sicht wichtiger. Unternehmen müssen entscheiden, welche Anwendungen einen konkreten Mehrwert für ihr Geschäft schaffen.

Die Kernaufgabe des Marketings bleibt bestehen

Trotz des technologischen Wandels bleibt für Weitkamp eine zentrale Aufgabe des Marketings unverändert: Unternehmen müssen erklären, welches Problem sie lösen, für wen ihr Angebot relevant ist und warum Kunden ihnen vertrauen sollten.

Die Kanäle dafür haben sich verändert. Zu klassischen Instrumenten wie Verkaufsgesprächen, Anzeigen, Broschüren und Messen kamen Websites, Suchmaschinen und soziale Netzwerke hinzu. Mit KI-Systemen entsteht eine weitere Ebene, auf der Unternehmen darauf achten müssen, wie ihre Informationen gefunden und verarbeitet werden.

Technologie unterstützt, ersetzt aber keine Positionierung

Volker Weitkamp: „Gutes Marketing beginnt nicht mit einem Tool. Es beginnt mit der Antwort auf die Frage, warum ein Unternehmen für seine Kunden relevant ist. Technologie kann anschließend enorm viel beschleunigen – aber sie ersetzt diese Antwort nicht."

Für Weitkamp folgt daraus, dass Unternehmen technologische Entwicklungen verstehen und einsetzen sollten, ohne die strategische Grundlage aus den Augen zu verlieren. Die Fähigkeit, Chancen einzuordnen und sinnvolle Entscheidungen zu treffen, bleibt damit ein zentraler Bestandteil der Marketingarbeit.

www.weitkamp-marketing.de

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