Miele präsentiert sich auf der ProCare 2026 in Hannover
Für die sichere Reinigung und Trocknung von Kunststoff-Geschirr wie Schnabeltassen oder Medikamentenbechern bietet Miele Professional Frischwasserspülmaschinen der Serie MasterLine an. Doch wie lässt sich prüfen, ob diese Becher so aufbereitet werden, dass sie für Bewohnerinnen und Bewohner von Senioreneinrichtungen kein hygienisches Risiko darstellen? Antworten auf diese und ähnliche Fragestellungen liefert das anwendungstechnische Labor im Miele-Werk Bielefeld.
Hier führt Diana Klapper, Diplom-Biotechnologin, mikrobiologisch-hygienische Prüfungen sowie chemisch-analytische Untersuchungen durch. Seit 2001 ist sie in der Business Unit Professional für die hygienische Bewertung von Spülmaschinen verantwortlich – von der Produktentwicklung über die Markteinführung bis hin zur gesamten Lebensdauer eines Geräts.
Gemeinsam mit acht Kolleginnen und Kollegen arbeitet Klapper in der Abteilung CustomerSolutionApplication (CSA). Das Team beantwortet regelmäßig Anfragen aus Gastronomie, Pflegeeinrichtungen und weiteren gewerblichen Bereichen wie Kindertagesstätten. Neben der Bearbeitung konkreter Kundenanliegen ist CSA auch in den Produktentwicklungsprozess eingebunden, etwa bei der Bewertung von Materialien, Oberflächen oder Zubehörlösungen. „Wenn sich Lebensmittelreste festsetzen, können sich Keime leicht vermehren“, erklärt Klapper.
Hygiene, Trocknung und Benutzerfreundlichkeit im Fokus
Neben der hygienischen Sicherheit spielt für das Team die Benutzerfreundlichkeit eine zentrale Rolle. Im Labor wird untersucht, unter welchen Bedingungen Mehrwegbecher nicht nur zuverlässig gereinigt, sondern auch vollständig getrocknet werden. Ein speziell entwickelter Korb mit passenden Halterungen für Kunststoff-Geschirr wurde im CSA-Labor anwendungstechnisch getestet und ist inzwischen im Markt verfügbar.
Regelmäßig werden zudem Becher verschiedener Hersteller geprüft, um deren Restfeuchte unter realistischen Einsatzbedingungen zu bewerten. Ziel ist es, belastbare Empfehlungen für Kunden aus Pflege und Gemeinschaftsverpflegung geben zu können.
Fünf Spülgänge für belastbare Ergebnisse
Um statistisch abgesicherte Resultate zu erzielen, werden pro Anwendungsfall mindestens fünf Spülzyklen durchgeführt. Dabei können unterschiedliche Parameter variiert werden, etwa die Dosierung von Reiniger und Klarspüler. Die Ergebnisse werden detailliert dokumentiert und fotografisch festgehalten. „Die Dokumentation dauert oft länger als der eigentliche Spülprozess“, sagt Klapper. Ihr methodisches Vorgehen bezeichnet sie augenzwinkernd als „professionelles Misstrauen“.
Bei mikrobiologischen Prüfungen kommen normgerechte Verfahren zum Einsatz. So werden Prüfkörper aus gebürstetem Edelstahl mit einer standardisierten, bakterienhaltigen Stärkelösung angeschmutzt und anschließend im Spülprozess behandelt. Nach dem Programmende erfolgt die mikrobiologische Analyse, um festzustellen, ob Keime verblieben sind oder Optimierungsbedarf bei Prozessparametern oder Chemie besteht.
Tests im Haus – und darüber hinaus
Ergänzend zu den internen Prüfungen arbeitet Miele Professional mit externen Laboren zusammen. Die ersten Tests finden jedoch stets im eigenen Haus statt. „So erkennen wir frühzeitig, wo es hakt, und können gezielt nachjustieren“, erklärt Klapper.
Auf derselben Etage prüft das Labor für Gebrauchstauglichkeit die Langzeiteignung der Geräte. Hier werden aktuelle Maschinenmodelle unter anderem auf Reinigungs- und Trocknungsleistung, Energieverbrauch und Dauerbelastung getestet.
Ralf Voßhans ,Laborleiter, betont die Bedeutung des Zusammenspiels von Maschine und Spülgut: „Nur wenn beides zusammenpasst, entsteht ein verlässliches Ergebnis – zum Vorteil von Anwendern und Endkunden.“
Die gewonnenen Erkenntnisse fließen nicht nur in die Produktentwicklung ein, sondern werden auch an Service und Vertrieb weitergegeben. „So stellen wir sicher, dass alle Beteiligten stets auf dem aktuellen Stand sind“, ergänzt Diana Klapper.



