Marketing Report
Nordzucker startet in die Rübenkampagne 2026/27

Nordzucker startet in die Rübenkampagne 2026/27

Nordzucker startet Anfang September in mehreren europäischen Werken mit der Verarbeitung der Zuckerrüben für die Kampagne 2026/27. Die Standorte wurden in den vergangenen Monaten gewartet und technisch angepasst. Gleichzeitig beobachtet das Unternehmen die Entwicklung der Rübenbestände und den Krankheitsdruck in den Anbauregionen.

Den Auftakt machen die polnischen Werke in Chełmża und Opalenica. Anschließend folgen die Standorte in Litauen, Deutschland, Schweden, Dänemark und Finnland. In Schladen und Nykøbing werden zunächst Bio-Zuckerrüben verarbeitet.

Rübenbestände unter Witterungseinfluss

Die Entwicklung der Rüben fällt in vielen Anbauregionen bislang hinter den Erwartungen zurück. Entscheidend für das weitere Wachstum und den Zuckergehalt sind laut Nordzucker die Witterungsbedingungen in den kommenden Wochen.

Lars Gorissen, CEO der Nordzucker AG: „Die Rüben haben sich aufgrund der Witterung in diesem Jahr in vielen Nordzucker-Anbauregionen bislang nicht optimal entwickelt. Allerdings bleiben für das weitere Wachstum der Rüben sowie die Entwicklung des Zuckergehalts bis zur Ernte die Witterungsbedingungen in den kommenden Wochen entscheidend."

SBR und Stolbur bleiben im Fokus

Auch die Ausbreitung der Schilf-Glasflügelzikade und der damit verbundenen Krankheiten SBR und Stolbur beschäftigt den Zuckerhersteller. Die Erkrankungen können den Zuckergehalt und die Verarbeitung der Rüben beeinträchtigen und dadurch die Zuckerausbeute reduzieren.

Nordzucker nutzt Monitoring-Systeme, um die Entwicklung in den Anbauregionen zu verfolgen. Die Erkenntnisse sollen in die Anbauberatung und Empfehlungen für die Landwirte einfließen. Gleichzeitig arbeitet das Unternehmen mit Forschungsinstituten, Ministerien und Behörden zusammen.

Lars Gorissen, CEO der Nordzucker AG: „Der Erfolg einer Kampagne beruht auf dem engen Zusammenspiel vieler Beteiligter entlang der Wertschöpfungskette. Von unseren Anbauerinnen und Anbauern, über die Agri-Kollegen und die Rübenlogistik sowie die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in den Werken – zahlreiche Teams arbeiten Hand in Hand, um eine sichere und zuverlässige Verarbeitung der Rüben und die Versorgung unserer Kunden mit Zucker sicherzustellen. Ich wünsche allen eine erfolgreiche Kampagne."

Investitionen in Werke und Energieeffizienz

Die Zeit zwischen den Kampagnen hat Nordzucker für Wartung, Instandhaltung und technische Anpassungen genutzt. An mehreren Standorten wurden Verdampferstufen installiert, die den Energieverbrauch der Produktion senken sollen.

Im Werk Nordstemmen geht zur Kampagne eine Rübenwäsche in Betrieb. Die Anlage soll die Reinigung der Rüben und die Wasseraufbereitung verbessern sowie einen schonenderen Transport in die Fabrik ermöglichen. In Schladen nimmt Nordzucker zudem einen Extraktionsturm in Betrieb, der die Zuckergewinnung effizienter gestalten und den Energiebedarf reduzieren soll.

Nordzucker arbeitet an CO₂-Reduktion

Alexander Godow, COO der Nordzucker AG: „Mit unseren Investitionen und Instandhaltungsmaßnahmen treiben wir Effizienz und Dekarbonisierung gleichermaßen voran. Wir haben bereits rund die Hälfte der bis 2030 geplanten CO₂-Reduktion gegenüber dem Basisjahr 2018 erreicht und den Energiebedarf je produzierter Tonne Zucker seit 2018 erheblich gesenkt. Die Verknüpfung von operativer Exzellenz, Energieeffizienz und Dekarbonisierung ist und bleibt ein zentraler Baustein der Unternehmensstrategie."

Zuckerbranche steht vor schwierigem Marktumfeld

Der Kampagnenstart fällt in eine Phase mit hohen Zuckerbeständen in der EU und auf dem Weltmarkt sowie niedrigen Zuckerpreisen. In Deutschland sorgt zudem die geplante Steuer auf zuckergesüßte Softgetränke für Unsicherheit in der Branche.

Gleichzeitig beeinflussen Wetterextreme und der zunehmende Krankheitsdruck die Ertragserwartungen in mehreren europäischen Anbauregionen.

Lars Gorissen, CEO der Nordzucker AG: „Gerade in einem herausfordernden Marktumfeld sind leistungsfähige Werke, effiziente Prozesse und eine enge Zusammenarbeit mit unseren Anbauerinnen und Anbauern entscheidend. Daran arbeiten wir konsequent weiter."

Produktionsnetzwerk wird angepasst

Nordzucker plant zudem, die Zuckerproduktion am dänischen Standort Nakskov einzustellen. Das Unternehmen begründet den Schritt mit strukturellen Überkapazitäten in der europäischen Zuckerindustrie und verweist auf seine Strategie Fields for Growth.

Bereits Anfang 2026 hatte Nordzucker die Einstellung der Zuckerproduktion im slowakischen Werk Trenčianská Teplá sowie der Rohzuckerraffination im finnischen Porkkala angekündigt. Mit den Maßnahmen will der Konzern seine Produktionskapazitäten anpassen und das Produktionsnetzwerk effizienter aufstellen.

www.nordzucker.com

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