OSCAM eröffnet Standort in Amsterdam mit Bevan Agyemang
Das OSCAM (Open Space Contemporary Art Museum) hat seinen permanenten Standort am Bijlmerplein 97 in Amsterdam-Südost eröffnet. Zur Eröffnung im Rahmen der Amsterdam Fashion Week zeigt das Museum mit „Materialising Memories“ die erste internationale Einzelausstellung und das niederländische Debüt des in Ghana geborenen und in London lebenden Künstlers und Designers Bevan Agyemang.
Die Ausstellung verbindet eine zehnteilige skulpturale Bekleidungskollektion mit Textilien, einer Installation und einer Live-Performance. Agyemang untersucht darin, wie Identität durch Beziehungen, Umwelt und kulturelles Erbe geprägt wird und wie persönliche Erinnerungen und gemeinsame Geschichte in Mode und Textilien bewahrt werden können. „Materialising Memories“ ist bis zum 27. Februar 2027 im OSCAM zu sehen.
Bevan Agyemang verbindet Mode und Erinnerung
Agyemang ist bildender Künstler, Designer und Gründer des Modelabels TSAU (The Space Around Us) Studio. Seine Arbeit beschäftigt sich mit dem Verhältnis von Identität, Erinnerung und materieller Kultur. Dabei verbindet er Mode, Textilien, Installationen, Fotografie und schriftliche Erzählungen. Textilien dienen ihm als Träger von Emotionen und kulturellem Erbe.
Zehnteilige Kollektion entsteht mit Community
Im Mittelpunkt der Ausstellung steht eine geschlechtsneutrale, zehnteilige Bekleidungskollektion. Sieben Basisteile können miteinander kombiniert und auf 24 verschiedene Arten getragen werden. Die Kollektion greift die Vorstellung einer fluiden Identität auf, die durch Bewegung, Beziehungen und kulturelles Erbe fortlaufend geprägt wird.
Die Grundlage für die Arbeiten entstand im März 2026 bei Community-Workshops im OSCAM. Die Teilnehmenden brachten Gegenstände mit persönlicher Bedeutung mit und erzählten die damit verbundenen Geschichten und Erinnerungen. Agyemang übertrug diese Erzählungen mithilfe von Gesprächen, Collagen und Webtechniken in Textilien. Fotos, Collagen und Objekte aus der Community wurden mit Bildern aus seiner eigenen Forschung verbunden und bilden ein gemeinsames Archiv, das in die Kollektion einfließt.
Live-Performance verbindet Körper und Archiv
Zur Ausstellungseröffnung präsentierte Agyemang eine immersive Performance, in der der Körper als Träger und Archiv zugleich erscheint. Die Besucher wurden durch verschiedene Installationen geführt, darunter eine Flechtstation, eine Nähstation und ein Ahnenaltar.
Die Performance begann mit einer Rezitation von Kriticos, der Gründerin des Buchclubs, und wurde durch ein zeitgenössisches Bewegungsstück von Adonisus ergänzt, das von der Bewegung und dem Fluss des Wassers inspiriert ist. Haare, Textilien und Opfergaben wurden als Materialien interpretiert, die überliefertes Wissen zwischen Generationen transportieren.
OSCAM setzt auf Verbindung von Kunst und Community
Die Performance endete mit einem gemeinsamen Ritual. Dabei legten die Workshop-Teilnehmer ihre persönlichen Gegenstände auf den Ahnenaltar und schufen damit ein gemeinsames Archiv von Herkunft, Migration und Verbundenheit.
Annicée Angela, Kuratorin von Materialising Memories: „Materialising Memories ist ein bedeutsamer Austausch zwischen einem internationalen Künstler und unserer lokalen Gemeinschaft in Amsterdam-Südost. Bevan zeigt, wie Mode Geschichten bewahren kann, die sonst unbemerkt blieben, und wie sie Erinnerungen und Identität von Generation zu Generation weitergibt. Seine Arbeit hat die Kraft, uns mit unseren Wurzeln und miteinander zu verbinden."
OSCAM wurde 2017 gegründet und widmet sich Kunst, Mode, Design, Handwerk und Entwicklung. Das Museum schafft Raum für unterrepräsentierte Kunstschaffende und Perspektiven in der Amsterdamer Kulturlandschaft. Mit dem festen Standort am Bijlmerplein 97 will OSCAM internationale Künstler mit lokalen Gemeinschaften in Amsterdam-Südost verbinden.
Die Ausstellung läuft vom 3. September 2026 bis zum 27. Februar 2027. Sie wird unter anderem vom Amsterdamer Fonds für die Künste (AFK), der Stichting DOEN, dem Fonds 21, der Stadt Amsterdam (Südostbezirk) und dem Fonds für Kreativwirtschaft unterstützt.



