Marketing Report
Studie sieht Defizite bei KI-Strategien im Marketing

Studie sieht Defizite bei KI-Strategien im Marketing

Deutsche Marketingverantwortliche zählen laut einer aktuellen Studie zu den größten Befürwortern künstlicher Intelligenz. Gleichzeitig erzielen Unternehmen in Deutschland bei zentralen Geschäftszielen schwächere Ergebnisse als andere westliche Märkte. Zu diesem Ergebnis kommt der Global Customer Engagement Review 2026 von Braze.

Für die Studie wurden 2.200 Marketing-Führungskräfte in 17 Ländern befragt. Demnach erreichten oder übertrafen 61 Prozent der deutschen Unternehmen ihre Umsatzziele im Jahr 2025. In den USA und Großbritannien lag dieser Wert bei jeweils 66 Prozent, in Frankreich bei 68 Prozent.

Hohe Erwartungen an künstliche Intelligenz

Sieben von zehn deutschen Marketingentscheidern sind der Ansicht, dass künstliche Intelligenz die Markenkommunikation unverwechselbarer und wirkungsvoller macht. Damit liegt Deutschland über dem globalen Durchschnitt von 60 Prozent.

Trotz dieser positiven Einschätzung bleibt die Umsatzentwicklung hinter anderen westlichen Märkten zurück. Die Studie sieht einen möglichen Grund darin, dass Unternehmen den Erfolg ihrer KI-Initiativen häufig anhand von Kanalmetriken bewerten.

Fokus auf Klicks statt Geschäftsergebnisse

72 Prozent der deutschen Befragten messen den Erfolg von KI vor allem anhand von Kennzahlen wie Öffnungs- und Klickraten. Weltweit liegt dieser Wert bei 55 Prozent.

Geschäftsrelevante Kennzahlen wie Kundenbindung, Customer Lifetime Value oder direkter Umsatzbeitrag spielen laut Studie eine geringere Rolle. Gleichzeitig geben weltweit 93 Prozent der Marketingverantwortlichen an, dass KI ihnen helfe, Kundenbedürfnisse besser zu verstehen. Dem stehen Befragungen von Verbrauchern in den USA und Großbritannien gegenüber, bei denen sich lediglich 53 Prozent von Marken tatsächlich verstanden fühlen.

Führungskultur erschwert Transformation

Neben der Erfolgsmessung identifiziert die Studie auch organisatorische Hürden. 54 Prozent der deutschen Marketingverantwortlichen sehen die Zurückhaltung von Führungskräften und Mitarbeitenden als wesentliches Hindernis für die Einführung von KI.

Als Antwort setzen viele Unternehmen auf regulatorische und technische Absicherung. 43 Prozent der deutschen Befragten halten Compliance- und Sicherheitslösungen für den wichtigsten Ansatz, um einen verantwortungsvollen Umgang mit künstlicher Intelligenz sicherzustellen. Im globalen Durchschnitt vertreten 36 Prozent diese Ansicht.

Strategischer Einsatz von KI bleibt entscheidend

Die Studienautoren sehen in dieser Entwicklung ein Zeichen dafür, dass viele Unternehmen die Technologie zwar einsetzen, ihr Potenzial jedoch noch nicht vollständig ausschöpfen.

Philip Nowak, VP EMEA Central bei Braze: „Die Ergebnisse sollten uns alle zum Nachdenken bringen. Deutschland investiert in KI, glaubt an KI und zögert trotzdem. Das ist kein Widerspruch, sondern ein Reifegradproblem. Unternehmen, die jetzt aufhören, KI nur zu testen, und anfangen, sie strategisch einzusetzen, werden den Abstand zu ihren Wettbewerbern schnell schließen können."

Der Global Customer Engagement Review 2026 basiert zusätzlich auf der Auswertung von Konsumentenbefragungen in den USA und Großbritannien sowie auf aggregierten Verhaltensdaten von sechs Milliarden Nutzerprofilen der Braze-Plattform.

www.braze.com

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