Studie zeigt Ausmaß von Ghost Jobs
Sogenannte „Ghost Jobs“ sind laut einer Studie des Karriereservices LiveCareer weit verbreitet. Demnach geben 45 Prozent der befragten Personalverantwortlichen an, regelmäßig Stellenanzeigen zu veröffentlichen, obwohl die Positionen nicht besetzt werden sollen. Gleichzeitig berichten viele Unternehmen, Bewerber im laufenden Auswahlprozess nicht mehr zu kontaktieren.
Für den Bericht befragte LiveCareer 918 Personalverantwortliche in den USA zu ihrem Umgang mit Stellenanzeigen und Bewerbungsprozessen.
Ghost Jobs bleiben oft monatelang online
Neben den regelmäßig veröffentlichten Ghost Jobs geben weitere 48 Prozent der Befragten an, solche Stellenanzeigen gelegentlich einzusetzen, etwa für den Aufbau eines Talentpools oder saisonale Einstellungen. Nur zwei Prozent verzichten nach eigenen Angaben vollständig auf diese Praxis.
Die meisten Ghost Jobs bleiben über einen längeren Zeitraum online. 43 Prozent der Befragten lassen entsprechende Anzeigen ein bis vier Wochen veröffentlicht, 37 Prozent zwischen einem und drei Monaten. Fünf Prozent geben an, dass solche Stellenanzeigen auf unbestimmte Zeit sichtbar bleiben.
Bewerber erhalten häufig keine Rückmeldung
Auch das sogenannte Ghosting von Bewerbern ist laut der Studie weit verbreitet. 69 Prozent der Personalverantwortlichen geben an, Stellenausschreibungen häufig zu schließen, ohne Bewerber darüber zu informieren oder auf ihre Bewerbung zu reagieren. Weitere 28 Prozent tun dies nach eigenen Angaben gelegentlich. Nur drei Prozent geben an, Bewerber grundsätzlich über den Ausgang des Auswahlverfahrens zu informieren.
Als häufigste Gründe nennen die Befragten den Verlust des Interesses an Kandidaten, eingefrorene Stellen oder geänderte Prioritäten innerhalb des Unternehmens.
Unternehmen erhalten Beschwerden
Die Praxis bleibt Bewerbern nicht verborgen. 47 Prozent der Personalverantwortlichen berichten, dass ihr Unternehmen bereits mehrfach Beschwerden über Ghost Jobs erhalten hat. Weitere 49 Prozent geben an, gelegentlich entsprechendes Feedback zu erhalten.
Jasmine Escalera, Karriereexpertin bei LiveCareer: „Personalverantwortliche stehen unter enormem Druck, Spitzenkräfte zu gewinnen, und ich verstehe, dass dies die Strategien zur Einstellung negativ beeinflussen kann. Doch der weit verbreitete Einsatz von Ghost Jobs birgt die Gefahr, das Vertrauen der Bewerber zu untergraben und das Ökosystem der Personalbeschaffung zu stören. Um die Glaubwürdigkeit wiederherzustellen, müssen Arbeitgeber sich zu mehr Transparenz und klarerer Kommunikation während des gesamten Rekrutierungsprozesses verpflichten.“
Studie basiert auf Befragung in den USA
Die Ergebnisse beruhen auf einer Umfrage unter 918 Personalverantwortlichen in den USA, die im März 2025 durchgeführt wurde. Untersucht wurden unter anderem der Einsatz von Ghost Jobs, der Umgang mit Bewerbern während des Auswahlverfahrens sowie Gründe für ausbleibende Rückmeldungen.



