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Würzburger Physiker erhält 1,9 Millionen Euro für Forschung

Würzburger Physiker erhält 1,9 Millionen Euro für Forschung

Der Physiker Johannes Mitscherling baut an der Universität Würzburg eine Emmy-Noether-Forschungsgruppe auf, die von der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) mit knapp 1,9 Millionen Euro über sechs Jahre gefördert wird. Das Team untersucht die Geometrie von Quantenmaterialien, um deren Eigenschaften künftig gezielter vorhersagen und für Anwendungen wie Photovoltaik nutzbar machen zu können.

Mitscherling startete seine Forschungsgruppe am 1. August 2026. Gemeinsam mit seinem Team will der theoretische Festkörperphysiker neuartige Quantenmaterialien und die darin auftretenden Phänomene untersuchen. Zuvor forschte er am Max-Planck-Institut für Physik komplexer Systeme in Dresden.

Quantengeometrie soll Materialeigenschaften erklärbar machen

Ziel der Gruppe ist eine geometrische Klassifizierung der Wellenfunktionen in kristallinen Systemen. Der Ansatz soll helfen, Zusammenhänge zwischen der Struktur von Wellenfunktionen und den Eigenschaften neuartiger Materialien systematisch zu erfassen.

Johannes Mitscherling, Leiter der Emmy-Noether-Gruppe an der Universität Würzburg: „Damit werden wir viel genauer vorhersagen können, welche neuartigen Materialien am vielversprechendsten zum Beispiel für Photovoltaik sind und wie sich ihre Eigenschaften durch äußere Einflüsse, etwa Druck oder Licht, gezielt hervorrufen und steuern lassen."

DFG fördert Nachwuchsgruppe über sechs Jahre

Die DFG stellt für die Forschungsgruppe knapp 1,9 Millionen Euro für einen Zeitraum von sechs Jahren bereit. Das Emmy-Noether-Programm ermöglicht Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern, frühzeitig eine eigene Forschungsgruppe zu leiten und sich damit für eine Hochschulprofessur zu qualifizieren.

In Würzburg soll Mitscherlings Gruppe eng mit Forschenden aus der Physik sowie dem Würzburg-Dresdner Exzellenzcluster ctd.qmat zusammenarbeiten. Der Cluster beschäftigt sich mit neuartigen Quantenmaterialien und deren physikalischen Eigenschaften.

Mitscherling forschte in Deutschland und den USA

Johannes Mitscherling wurde 1991 in Mönchengladbach geboren und studierte ab 2011 Physik an der RWTH Aachen. Während eines Erasmus-Aufenthalts in Paris und seiner Masterarbeit am Forschungszentrum Jülich spezialisierte er sich auf theoretische Festkörperphysik.

2016 wechselte er für seine Promotion an das Max-Planck-Institut für Festkörperforschung in Stuttgart. Dort schloss er seine Promotion 2021 mit summa cum laude ab. Für seine Arbeiten zur Quantengeometrie erhielt er anschließend ein Walter-Benjamin-Stipendium der DFG sowie ein Postdoc-Stipendium der Nationalen Akademie der Wissenschaften Leopoldina.

Forschungsgruppe untersucht Potenzial von Quantenmaterialien

Von 2022 bis 2024 forschte Mitscherling als Leopoldina-Postdoktorand an der University of California in Berkeley. Anschließend kehrte er nach Deutschland zurück und arbeitete am Max-Planck-Institut für Physik komplexer Systeme in Dresden. Dort warb er die Förderung für seine Emmy-Noether-Gruppe ein.

Die Würzburger Forschungsgruppe soll mit ihren theoretischen Methoden dazu beitragen, geeignete Materialien für künftige technologische Anwendungen früher zu identifizieren und besser zu verstehen, wie sich deren Eigenschaften gezielt beeinflussen lassen.

www.uni-wuerzburg.de

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